Die ersten 4 Jahre

Mein großes Kind ist in der Theatergruppe ihres Kindergartens und nächste Woche führen sie für uns Eltern das Theaterstück “Hans im Glück” auf. Mein Töchterchen ist das Schwein. :D

Ich bin irgendwie total aufgeregt. Tilda hat mir schon viel davon erzählt, wer als erstes auf die Bühne geht, wer was genau wann machen muss und so weiter. Wir haben zu Hause das dazugehörige 9-strophige Lied geübt.

Generell geht es mir so, dass ich bei neuen Dingen, die Tilda betreffen so aufgeregt bin, als müsste ich selbst auf die Bühne (zum Beispiel). Ich mache mit ihr ja auch so vieles zum ersten Mal durch. Das erste Mal hochschwanger sein, die erste Geburt, das erste Mal stillen, das erste Mal die Verantwortung für einen anderen Menschen tragen. Für diesen anderen Menschen weitreichende Entscheidungen treffen. Was und wie sie essen soll, wann und wo sie schlafen soll. Zum ersten Mal feststellen, dass ich das gar nicht so einfach entscheiden kann, sondern mein Kindchen da auch eigene Meinungen hat. Dann entscheiden, wie man damit umgeht. Zum ersten Mal den Geburtstag des eigenen Kindes feiern. Zum ersten Mal Gespräche mit dem Kind führen, ihm die Welt erklären. Zum ersten Mal “Mama” genannt werden. Zum ersten Mal Freunde des Kindes in meiner Wohnung haben. Und so vieles mehr.

Ich gebe mir viel Mühe diese ganzen ersten Male richtig zu machen, aber wie das so ist, hat man selten etwas direkt beim ersten Versuch perfektioniert. Manche Herausforderungen sind schwer vorherzusehen. Ich habe mich zum Beispiel aus dieser Unsicherheit heraus, die damit kommt etwas zum ersten Mal zu machen, mitunter noch zu leicht von außen beeinflussen lassen. Als zum Beispiel mein Kind plötzlich ihre Schlafgewohnheiten änderte und die Familie auf mich einredete, dass Babys eben auch mal schreien müssten, habe ich das einen Abend auch gemacht und bereue das bis heute. Meine Einstellung ist da eine komplett andere. Aber leider neige ich dazu mich verunsichern zu lassen. Das Gute ist: Dieser Fehler wird mir mit dem zweiten nicht passieren. Mit meinem ersten Kind habe ich unglaublich viele erste Male und lerne viel über mich selbst. Ich denke, ich bin es ihr schuldig, auch darüber nachzudenken, wie ich mit diesem Umstand umgehe, denn sie kann ja nichts dafür, dass ich das alles vorher noch nie gemacht habe. Natürlich muss ich also auf jeden Fall viel an mir arbeiten und mich gegebenenfalls auch bei ihr entschuldigen, wenn ich mal wieder was falsch mache. Das mache ich auf oft schon, aber bei manchen Dingen muss ich vielleicht eher darauf vorbereitet sein, das dann zu tun, wenn sie älter ist und mich auf verschiedenene Dinge anspricht. Keine Ahnung, wie sie das später sehen wird, zum Beispiel die Trennung von ihrem Vater, das Wechselmodell, dass wir in ihren ersten Lebensjahren oft umgezogen sind und auch sonst noch nicht so viel Stabilität in meinem Leben war. Auch diesbezüglich hat Leandri es wahrscheinlich einfacher. Natürlich habe ich mich immer sehr bemüht für Tilda alles so leicht wie möglich zu gestalten, aber ganz ideal lief es für sie wohl auch nicht immer und ich hoffe, sie wird dafür Verständnis aufbringen können, aber erwarten kann ich es von ihr wohl nicht. Und wer weiß mit welchen Themen ich mich mit ihr noch alles zum ersten Mal konfrontiert sehen werde, und wer weiß was ich noch alles für Fehler mache. Ich frage mich oft, an was sie sich später überhaupt mal erinnern wird. Bleibt ihr dieser Moment, in dem ich gestresst und müde war und sie dewegen ungerechterweise angeschrien habe, jetzt für immer im Gedächtnis? Wird sie sich an die tolle Gebutstagsfeier, die vielen Zoo-Besuche, den schönen Tag am Strand erinnern können?

Es ist etwas ganz besonderes all diese Dinge mit meiner Tochter zum ersten Mal zu erleben. Nun ist sie schon 4 Jahre bei mir und sie ist nach wie vor das ideale Kind für mich. Sie ist ein sehr sensibles Kind, das zu Hause oft richtig frech werden kann und praktisch nie aufhört zu reden, gegenüber anderen, weniger vertrauten Personen scheint sie sich aber ebenfalls allzu leicht verunsichern zu lassen. Im Spiel mit einem anderen Kind kommt sie super klar, wenn es mehr werden, lässt sie sich aber leicht an den Rand drängen. Manchmal trifft mich das, wie ähnlich sie mir ist.
Sie ist auch sehr liebevoll und fürsorglich, wenn ihre Schwester weint, singt sie ihr was vor und oft hilft das auch. Sie hat Humor, auch wenn der zur Zeit zum großen Teil von “schlimmen Wörtern” lebt. Sie ist zierlich für ihr Alter, was man ihr aber lieber nicht sagen sollte, sie will mal so groß werden, dass sie an den Himmel rankommt und Wolken pflücken kann. Außerdem will sie mal Ärztin werden. Sie liebt Musik und tanzt sehr gerne, Theatergruppe und musikalische Früherziehung sind daher wohl genau das richtige für sie, sie macht auch bei beidem super mit.

Ihren Geburtstag haben wir bei ihrer Oma väterlicherseits gefeiert. Zum Glück ist das Verhältnis gut, so dass Leandri und ich mitkommen konnten und es auch wirklich schön war. Ihre beste Freundin wohnt direkt neben ihrer Oma und Tilda wollte nur sie und kein anderes Kind (außer ihrer Schwester) einladen, da das von mir und ihrem Papa ein Stück entfernt ist und die Freundin sonst nicht hätte kommen können, haben wir dort gefeiert. Tilda hat sich auch über ihre Geschenke sehr gefreut. Den Kuchen haben wir am Vortag zusammen gebacken, erst wollte ich einen Marienkäfer-Kuchen machen, aber sie wollte lieber einen Schmetterling.






Das Baby kann jetzt sitzen, hat 2 Zähne, macht “Babababab” und ist überhaupt auch total toll!

Leider ist es gerade schwierig schöne Fotos von ihr zu machen. Bei dem liebsten Baby ist das einfach, die bewegt sich noch nicht so viel und wenn man etwas Faxen für sie macht, dann lacht sie ziemlich zuverlässig in die Kamera. Tilda dreht sich jetzt oft weg bevor ich es schaffe auf den Auslöser zu drücken.

Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Jahre mit meinen Kindern, auf viele weitere neue Erfahrungen, sowohl für mich als auch für die Kinder. :)

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Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Ich bin zwar anscheinend einen Tag zu spät dran, aber heute morgen habe ich auf meiner Timeline einen Blogeintrag über den Auftrag zum Tagebuchbloggen entdeckt und hatte spontan Lust das heute mal zu machen. :)

Um 2 Uhr ist das Baby wach und hat Hunger, trinkt 130 ml Milch und schläft dann zum Glück ohne weiteres wieder ein.

Kurz vor 6 Uhr hat sie wieder Hunger, ich mache ihr eine Flasche und sie schläft wieder weiter bis etwa um 9 Uhr. Ich lege mich auch nochmal hin und schlafe ein.

Um 7 Uhr klingelt unser Wecker, ich stelle ihn nochmal auf 7:10 Uhr. Tilda ist aber auch schon vom ersten Klingeln wachgeworden und so wird das nichts mit nochmal 10 Minuten Ruhe. Tilda will mit Leandra kuscheln, ich fürchte dass sie wach wird und will das daher nicht. Wir einigen uns darauf, dass sie sie mal ganz sanft streicheln darf. Ich versuche Tilda dazu zu bringen neben ihr nur leise zu reden, mit mäßigem Erfolg. Sie merkt das einfach noch nicht so richtig, wenn sie gerade wieder laut wird, woraus man ihr in dem Alter wahrscheinlich noch nicht wirklich einen Vorwurf machen kann. Leandra schläft jedenfalls weiter, also alles ok. Ich füttere die Katzen und gehe dann ins Bad, während Tilda noch ein bisschen ihr Schwesterchen bewundert (ohne sie dabei zu wecken!). Ich werfe Wäsche in die Waschmaschine und schalte sie ein.

Dann haben wir noch einen Streit, weil Tilda zum Frühstück Sprühsahne essen will. Ich verbiete das. Sie versucht zu verhandeln, vielleicht darf sie wenn sie erst was richtiges isst? Aber auch dazu sage ich nein. Sie geht sich dann erstmal anziehen. Ich darf ihr dabei nicht zu nahe kommen, also fange ich schonmal an meinen Kaffee zu trinken und dabei zu gucken, was es so Neues gibt in meiner Social-Media-Welt. Sie setzt sich dann doch noch dazu und isst Cornflakes. Danach putzt sie sich die Zähne, kämmt die Haare und wir ziehen uns Schuhe und Jacken an.

Um 8:20 verlassen wir die Wohnung, ich bringe Tilda zum Kindergarten. Wir laufen Hand in Hand, Tilda erzählt mir noch was davon, mit wem sie gestern so gespielt hat. Sie erzählt mir auch, dass sie ihren Papa vermisst und ihn mal wieder sehen will. Dem geht es gerade gesundheitlich nicht so gut, daher hat sie ihn jetzt schon länger als sonst nicht mehr gesehen. Wir beschließen ihn am Nachmittag mal anzurufen.

Im Kindergarten angekommen zieht Tilda ihre Jacke, Schal, Mütze und Schuhe aus und Hausschuhe an. Dann gehen wir hoch zu ihrer Gruppe, ich lege etwas Obst in die dafür vorgesehene Kiste (jeder bringt täglich etwas Obst für das Vesper mit) und drücke Tilda nochmal, wünsche ihr viel Spaß und gehe dann. Sie drückt mich auch, lässt mich dann aber auch ohne weiteres gehen. Als ich gehe, sehe ich noch wie ein Kind, mit dem sie wohl oft spielt, ankommt um sie zu begrüßen.

So gegen 8:40 bin ich wieder zu Hause. Leandra schlief so lange unter der Obhut ihres Papas. Ich sortiere erstmal meinen Papierkram, sehe nach, was davon eingeheftet werden muss, was weg kann und was noch bearbeitet werden muss. Dann trage ich ein paar Termine in unseren neuen Wandkalender (mit Igel-Bildern!) ein. Als nächstes wird Leandra, die schon eine Weile wach im Bett liegt und erzählt, umgezogen und gewickelt. Wir albern noch etwas rum, wobei das Baby laut lacht, vor Freude quietscht, mir die Brille von der Nase zieht und nach meinen Haaren greift. :D

Gegen 10 Uhr gucke ich auf Pinterest nach Ideen für meine Harry-Potter-Basteleien und Leandra bekommt ein Fläschchen. Bis um 11 Uhr ist dann der Haushalt dran: Ich sauge durch, wische Küche, Flur und Wohnzimmer (vor allem um den Esstisch herum!), wasche die Futternäpfe, gebe den Katzen frisches Wasser und befülle ihr Spielzeug mit Trockenfutter (das Spielzeug kann ich nur empfehlen!). Leandra spielt solange mit ihrem Spieltrapetz. Dann eine kurze Pause vor dem Computer, die das Baby gleich nutzt um mir zu verstehen zu geben, dass sie nicht länger allein irgendwo rumliegen will. Ich biete ihr den Rest vom letzten Fläschchen an, lege sie mir auf den Schoß und schreibe das hier.

Dann ziehe ich uns beide an und gehe mit Baby in der Tragehilfe raus. Unser Weg führt uns zur Buchhandlung, in der ich gestern etwas bestellt habe, das heute zur Abholung bereit liegt. Kinderjahre von Remo H. Largo. Der Vorgänger Babyjahre ist mein all-time favorite Buch über Entwicklung und Erziehung von Kindern von der Geburt bis zum 4. Geburtstag. Es gibt einem vor allem eine realistische Vorstellung davon, welches Verhalten und welche Fähigkeiten in welchem Alter normal sind und erklärt zum Beispiel warum Babys in einem gewissen Alter ständig Dinge runterwerfen und Schubladen ausräumen und dass es sinnvoll ist, sie das auch einfach mal machen zu lassen. Da es bis zum 4. Geburtstag der Großen nur noch knapp 3 Monate hin ist, bin ich gespannt, was mich in den Kinderjahren erwartet!

Dann waren wir noch etwas Gemüse und Mittagessen für mich kaufen (Tiefkühl-Pizza *hust*). Um 12 Uhr waren wir wieder zu Hause. Leandra ist unterwegs eingeschlafen und schläft auf dem Bett weiter, während ich mein Essen warm mache und parallel dazu die Wäsche aufhänge. Zum Essen darf ich mal wieder ein bisschen im Internet surfen.

Um 12:40 mache ich ein bisschen Online-Banking. Dann schreibe ich an einer Bewerbung und schicke alle benötigten Unterlagen meinem Freund, damit er es ausdruckt (mein Drucker spinnt nach 8 Jahren Benutzung ein bisschen rum und macht immer Flecken und andere unschöne Sachen auf dem Papier).

Etwa um 13:30 Uhr wird Leandra wach und ich mache ihr Mittagessen. Es gibt Pastinaken-Brei, wovon sie einige wenige Löffel voll isst. Dann beschäftige ich mich noch ein bisschen mit ihr und gucke auch nochmal ins Internet.

Um 14:30 Uhr bekommt sie dann nochmal ein Fläschchen. Ich trinke noch einen Kaffee und esse etwas Schokolade dazu.

Ab 14:45 Uhr arbeite ich an meinen Harry-Potter-Basteleien weiter. Es hat was mit Porzellanmalerei zu tun und ich kämpfe etwas damit, den Stift ruhig genug zu führen, damit das ganze halbwegs gut aussieht. Außerdem läuft der Stift ein paar Mal aus und ich muss das ganze schnell wieder wegwischen, bevor die Farbe zu trocken ist.

Was das Baby währenddessen macht:

Um 16:00 Uhr ziehe ich mich und die Kleine wieder an um mein großes Kind aus dem Kindergarten abzuholen.

Beim Anziehen braucht sie ganz schön lange, weil sie immer den anderen Kindern, die auch gerade abgeholt werden, zuguckt und sich mit ihnen unterhalten will. Nervt mich ein bisschen, aber eigentlich verläuft alles ruhig und wir sind um 16:30 wieder zu Hause. Dort rufen wir kurz den Papa an, der wohl morgen aus dem Krankenhaus kommt.

Von 17 Uhr bis 17:25 Uhr gucken wir eine Folge Dora. Tilda will sie auf Englisch gucken, da wir sie schon mehrmals geguckt haben, weiß sie trotzdem was in der Geschichte passiert. Ich lese so lange die ersten Seiten Kinderjahre. Danach malen wir noch ein bisschen zusammen, sie malt Zettel auf meinem Schreibtisch an, wobei sie mich vorher fragt welche ich nicht mehr brauche. Dann mache ich eine Flasche für Leandra. Als ich aus der Küche komme, kommt Tilda mir entgegen und ruft, “ich hab Kleber gegessen!” Ich lege also Flasche und Baby schnell weg, schnappe mir das Kind und gehe unter lautem Gemecker (von beiden Seiten) mit ihr Mund auswaschen. Dann lasse ich mir nochmal zeigen was und wie viel genau sie da gegessen hat. So wie es aussieht, hat sie bloß mal dran geleckt. Nachdem wir uns nun wieder beruhigt haben, erkläre ich ihr nochmal, dass sie das nicht machen darf, weil sie davon krank werden kann. Sie verspricht es nicht wieder zu tun. Ich google nochmal und lese nach, ob das so reicht oder da trotzdem noch weitere Behandlung nötig ist, komme aber zu dem Schluss, dass das nicht der Fall ist (UHU Klebestift ohne Lösungsmittel). Leandra bekommt ihre Flasche.

Gegen 18 Uhr machen wir Abendbrot. Mathilda hilft beim Tisch decken. Sie isst eine Scheibe Brot (ohne Rinde), die sie selbst mit Wurst belegt, dazu etwas Paprika und eine halbe Scheibe Käse mit der Hand. Dazu macht sie sich selbst einen Kakao. Leandra habe ich beim Essen auf dem Schoß.

Danach gehen wir ins Bad, damit Tilda sich die Zähne putzt und das Gesicht wäscht. Dann zieht sie sich den Schlafanzug an und wir lesen zwei Kapitel eines Buches aus der Drache Kokosnuss Reihe. Leandra habe ich dabei wieder auf dem Arm, gegen Ende wird sie ziemlich quengelig. Wir sagen “Gute Nacht” und ich frage Tilda, ob die Tür offen bleiben oder geschlossen werden soll. Heute soll sie geschlossen werden. Es ist etwa 19 Uhr, Tilda schläft dann auch direkt ein, für Leandra mache ich dann nochmal eine Flasche, die sie auch austrinkt und dann schläft sie etwa eine Viertelstunde. Währenddessen lese ich in meinem neuen Buch (und kann bei jedem Absatz nur heftig nicken!) und gönne mir zur Saftschorle noch ein paar Pralinen.

Um 20:30 schicke ich dem Freund nochmal eine korrigierte Version meines Lebenslaufs, er hatte da einen Fehler entdeckt. Dann wird das Baby nochmal gewickelt, bekommt Schlafanzug und Schlafsack angezogen und wird ins Bettchen gelegt. Dort gibt es noch etwas zu trinken und um 21 Uhr schläft sie dann friedlich. Ich nutze die Gelegenheit um duschen zu gehen und mich bettfertig zu machen. Dann noch eine Runde Internet surfen und etwas im Bett lesen und so gegen 23 Uhr werde ich voraussichtlich das Licht ausmachen.

Gute Nacht!

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Jahresabschluss-Post

Ich habe nun auch mal meine Weihnachtsfotos gesichtet und nutze nun die letzte Gelegenheit in diesem Jahr um diese zu zeigen. Morgen wird wohl keine Zeit bleiben, wir bekommen Besuch und ich will ein kleines Buffet vorbereiten. Heiligabend verbrachte mein Freund Stunden in der Küche, nun bin ich dran. :)





“I am all the presents you need!”



Tilda fängt jetzt an ihrer kleinen Schwester die Welt zu erklären. :D
Sie finden jetzt auch langsam Wege miteinander zu spielen, Tilda sagt Leandra oft, dass sie sie lieb hat und die Kleine freut sich drüber. Nach der anfänglichen Eifersucht sind wir jetzt, denke ich, auf einem guten Weg. Heute waren beide zusammen baden und hatten dabei viel Spaß.


Eine Verkleiden-Kiste!


Weiße Weihnachten gab es ja dieses Jahr nicht, dafür waren wir jetzt die letzten beiden Tage Schlitten fahren! Außerdem haben wir viele Runden das Brettspiel Mein Obstgarten gespielt, Tilda findet es total klasse.

Ich wurde auch reich beschenkt: Es gab vom Freund eine Wii U in der Zelda-Edition! Zum Spielen kam ich bisher nicht, habe meine freien Tage genutzt um erstmal Dragon Age: Origins fertig zu spielen. Die ersten 1-2 Wochen des neues Jahres werde ich meine spärliche Freizeit zum Bewerbungen schreiben und zum Harry-Potter-Zeug basteln nutzen, das muss beides fertig werden. Aber dann findet sich hoffentlich Zeit für Zelda!

Das Jahr hatte seine Höhen und Tiefen. Auch dieses Jahr kam wieder nicht ohne große Lebensänderungen aus, die Größte in diesem Jahr war natürlich die Geburt von Kind Nummer 2. Das ist eine ganz bezaubernde Änderung unseres Lebens, überhaupt bin ich der Meinung, dass ich den Jackpot in der Kinder-Lotterie geknackt und die absolut tollsten und süßesten Kinder abbekommen habe. ;)

Das nächste Jahr wird sicher auch wieder spannend. Freund tritt im Januar seinen neuen Job an und ich selbst werde hoffentlich etwas später im Jahr auch etwas finden, die Suche danach ist schon im Gange. Leandra wird dann in die Krippe kommen und dort hoffentlich einen guten Start haben und für Mathilda würde ich mir wünschen, dass sich ansonsten dieses Jahr mal nichts Großes ändert, außer vielleicht dass sie noch ein, zwei Freundschaften im Kindergarten vertiefen kann. Und natürlich werden beide Kinder sicher wieder wahnsinnig viel dazu lernen und ich freue mich darauf das miterleben zu dürfen!

Ich wünsche euch allen einen guten Start in das Jahr 2015!

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Kinder mit anderen vergleichen und so…

Alle sagen immer man solle seine Kinder doch nicht ständig mit anderen vergleichen. Ich tue es aber ehrlich gesagt trotzdem. Ich lese in Blogs und Foren die Berichte anderer Eltern über ihre Kinder und vergleiche das mit dem, was meine so anstellen. Ich studiere Erziehungsratgeber und Entwicklungstabellen und notiere wo meine Kinder da stehen, ob sie körperlich, geistig und sozial ihrem Alter entsprechend entwickelt sind. Ich habe sogar eine teure, für Kindergärtnerinnen gedachte Entwicklungstabelle gekauft, in der sehr detailliert steht, was ein Kind in welchem Alter können sollte. Da ist auch sowas drin wie selbstständig essen und wie genau das in welchem Alter alles auszusehen hat. Ich weiß jetzt nicht wie gut diese Tabelle wirklich ist, aber laut dieser ist meine große Tochter ihrem Alter im Schnitt um fast ein Jahr voraus, wobei ihre Schwächen eher in den motorischen Bereichen liegen (wobei “Schwächen” in diesem Fall bedeutet, dass sie da “nur” ihrem Alter entsprechend weit ist) und ihr Stärken im sprachlichen und kognitiven Bereich. Aber auf eine einzelne Tabelle verlasse ich mich da natürlich nicht, auch wenn ich mich mit Kinderärzten, Erzieherinnen und anderen Eltern mit Kindern im Kindergartenalter (online und offline) austausche komme ich zu dem Schluss, das meine Tochter ihrem Alter entsprechend gut entwickelt ist und ein normal gutes Benehmen an den Tag legt. Ja, sie testet auch mal Grenzen aus oder wird von ihren Emotionen übermannt, aber das gehört eben dazu und sie tut das nicht mehr als andere Kinder auch.

Ich gebe meinen Hang zum Vergleichen an dieser Stelle zu, um darzustellen wie absurd es aus meiner Sicht ist, dass gerade meine Familie – allen voran meine Mutter – da ganz anderer Meinung ist als ich. Bei unserem Weihnachtsbesuch meinte sie zu mir Tilda würde sich ganz und gar nicht wie eine normale Dreijährige benehmen (sie sei zu laut und hängt angeblich zu viel an mir) und ich musste mich ernsthaft fragen lassen, warum sie denn bloß nicht genauso ordentlich essen würde wie die anderen Kinder am Tisch – die 10 und 13 Jahre alt sind. Ich kann euch versichern, wenn meine Tochter mit etwa gleichalten Kindern an einem Tisch sitzt und mit ihnen verglichen wird, dann fällt sie definitiv nicht negativ auf. Ich weiß das von ihren Erzieherinnen, aus Erzählungen anderer Eltern und weil wir die Situation, dass wir zusammen mit anderen Kindern essen, auch schon ab und zu hatten. Aber ganz ohne Fehler zu machen funktioniert Lernen eben nicht, das gilt auch für’s essen. Fehler müssen erlaubt sein, ohne dass man dafür gleich völlig zur Sau gemacht wird. Und “Fehler machen” bedeutet bei diesem Thema eben, dass mal gekleckert und gematscht wird. Aber leider sieht Mathildas Oma das völlig anders. Beim ersten Krümeln ist für sie der Abend direkt gelaufen und die Kleine darf sich den ganzen Tag anhören wie schlimm sie sich doch benehmen würde. Besonders eindrucksvoll für mich war zum Beispiel, als Tilda damals bei ihrem zweiten Geburtstag obwohl sie sich sehr bemüht hatte ordentlich zu essen gekrümelt hatte und deswegen nichts mehr von ihrem eigenen Geburtstagskuchen abbekommen sollte. Das war also nicht nur bei unseren letzten Weihnachtsbesuch ein Thema sondern zieht sich schon länger.

Was auch immer wieder ein ganz großer Streitpunkt ist, ist dass sie zu sehr an mir hängt. Als Baby hatte sie tatsächlich eine besonders frühe und starke Fremdelphase. Diese hatte sich dann aber im Alter von etwa 9 Monaten gelegt und seither geht sie eigentlich sehr offen auf Leute zu, unterhält sich gern mit allen möglichen Leuten. Anfangs braucht sie manchmal etwas Zeit um Aufzutauen, aber ich halte auch das in ihrem Alter noch für normal. Wenn man jemanden nur alle 2 Monate mal sieht, kann man nunmal nicht erwarten zum engsten Kreis der Vertrauten eines Kindes zu zählen und eine gewissen Zurückhaltung gegenüber nicht so vertrauten Personen ist ja nun auch nicht ausschließlich was Schlechtes. Sie soll schon “Hallo” sagen, aber alles weitere ist optional und sollte nur stattfinden, wenn alle Seiten (also auch das Kind selbst!) das möchten. Umarmungen, Küsse, auf dem Schoß sitzen und so weiter sind etwas Schönes, wenn beide Seiten das wollen, aber etwas ganz Unangenehmes, wenn eine Seite dazu gezwungen/überredet/gedrängt wird! Ich finde es wichtig, dass man da auch schon das Unwohlsein von Kleinkindern nicht einfach übergeht, sondern respektiert. Ich verlange im Gegenzug ja auch von ihr, dass sie andere wieder in Ruhe lässt, wenn diese gerade keine Umarmung oder ähnliches von ihr wollen, und genau das gleiche Recht steht ihr selbst auch zu.
Meine Tochter taut dann normalerweise aber durchaus schnell auf, wenn man ihr etwas Zeit gibt. Als Beispiel fällt mir da die musikalische Früherziehung ein (wir sagen immer nur “Das Tanzen” dazu, aber es wird auch gesungen, mit Instrumenten experimentiert und Geschichten erzählt): Oftmals will sie gar nicht neben mir sitzen/tanzen, sondern neben der Gruppenleiterin oder einem anderen Kind und dessen Elternteil und sie gehört nicht zu den Kindern, die sich nicht trauen nach vorne, vom Elternteil weg, zu gehen. Einige andere sind da durchaus manchmal zu schüchtern für (was ich nicht schlimm finde!).

Wenn man ihr aber keine Zeit gibt, sondern sie entweder bedrängt oder anfängt zu schmollen, weil sie einem nicht sofort in die Arme fällt, dann hat sie auch keine Möglichkeit mit einem warm zu werden. Wenn man dann noch ihr völlig altersgemäßes Verhalten ständig kritisiert und sie am Standard von wesentlich älteren Kindern misst, dann wird sie unsicher und ängstlich und hängt sich die ganze Zeit an ihre Mama. Für mich völlig logisch und nachvollziehbar.
Wobei sie sich ja nichtmal die ganze Zeit an mich hängt. Sie geht ohne mich mit den älteren Kindern spielen, sie geht freiwillig ohne mich mit jemandem Brötchen holen oder zur Oma, die in der Küche bäckt, setzt sich zur Oma um sich mit ihr ein Buch anzusehen. Aber das scheint nicht zu reichen, weil sie dazwischen auch immer mal wieder zu mir zurück kommt oder beim Spazierengehen doch am liebsten bei mir an der Hand läuft, wird sie trotzdem als übertrieben anhänglich gesehen.

Ich bin stolz auf mein großes Kind. Sie hat Humor, sorgt sich um andere und ja, sie ist auch manchmal frech und übermütig. Aber in einem meiner Meinung nach gesunden Maß. Sie weiß und kann schon so viel, sie kann besser zählen als ich das mit 5 konnte, versucht auch manchmal kleine Additionen und Subtraktionen und fragt mich in letzter Zeit oft Sachen wie “welche Wörter fangen mit F an?”. Sie darf (soll!!) Fragen stellen und Dinge in Frage stellen.

Nun stelle ich mir die Frage wie Familien-Besuche in Zukunft ablaufen könnten, so wie bisher mache ich das jedenfalls nicht weiter. Mir tut es weh zu sehen, wie Tilda dort in sich zusammensinkt, ängstlich wird und sich kaum noch was zu sagen traut. Ich habe das Gefühl dabei nochmal Einblick darin zu kriegen, wie ich selbst so sozialphobisch werden konnte, und möchte ihr sowas natürlich ersparen. Es wird mir gesagt, sie sei ja ganz anders wenn ich nicht dabei bin, es läuft dann wohl alles viel besser, aber ich befürchte, dass sie dann einfach in Survival-Mode geht, sich nach außen hin anpasst aber innerlich leidet.

Am Vorabend unserer Fahrt nach Berlin half Tilda beim Baum schmücken und hat das super gemacht. Auf der Fahrt waren auch beide Kinder gut drauf. Wir saßen auf der Rückfahrt neben ein paar etwas älteren Kindern, die viel lauter und zappeliger waren als Tilda. Nicht, dass ich das schlimm finde oder normalerweise für erwähnenswert halten würde, aber nachdem so viel auf meiner Süßen rumgehackt wurde, komme ich doch irgendwie wieder ins vergleichen…

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I am a Cyborg

…und das ist mehr als nur ok, das ist AWESOME! :D

Letztes Jahr im November habe ich meine Bachelorarbeit zum Thema “Transhumanism and Cyborgisation in Max Barry’s Machine Man” abgegeben und passend dazu wollte ich mir im Dezember letzten Jahres auch selbst ein neues Feature einbauen lassen. Wegen unerwarteter Schwangerschaft musste ich das ganze dann aber doch verschieben und nun, ziemlich genau ein Jahr später, habe ich das endlich nachgeholt.

Ich bin nun stolze Besitzerin eines Magnetimplantates. Wer davon noch nie was gehört hat, kann sich zum Beispiel hier dazu belesen. Es ist im Wesentlichen ein kleiner Magnet, der in die Fingerkuppe eingesetzt wird (manche haben auch Magnete in der Handkante oder Handrücken). Man kann damit kleine magnetisierbare Gegenstände aufheben und, was besonders cool ist, elektromagnetische Felder spüren.

Das Einsetzen war… aufregend. Das Ganze wurde ohne Betäubung gemacht und somit tat es schon etwas weh. Da ich seit jeher ein kleines Problem mit Nadeln habe bin ich kurz in Ohnmacht gefallen. Das kenne ich von früher schon, als Kind/Teenager bin ich regelmäßig umgekippt beim Impfen, Blutabnehmen und dergleichen. Das Problem hatte ich jetzt aber schon seit Jahren nicht mehr, daher hatte ich dahingehend vorher nichts weiter gesagt. Aber die Nadel, die Hika benutzt hat, war doch noch mal eine eeetwas andere Größenordnung. Zum Glück habe ich mich sehr schnell wieder erholt und der Eingriff war dann auch sehr schnell vorbei.

Danach hatte ich im Prinzip keine Schmerzen mehr, außer bei Druck auf die Stelle, wo der Magnet sitzt. Es blutete im Verlauf des Tages noch ein bisschen und ich trug 2-3 Tage Pflaster.

Damit rumspielen soll ich eigentlich noch eine Weile nicht, aber manchmal merke ich doch unabsichtlich erste Effekte. So vibriert zum Beispiel mein Finger, wenn ich die Mikrowelle einschalte. Oder mir fällt beim Abwaschen auf welche meiner Kochtöpfe von dem Magneten angezogen werden und welche nicht. Das finde ich alles schon ziemlich cool und soweit ich gelesen habe, soll sich die volle Empfindlichkeit dieses “sechsten Sinnes” erst nach etwa 6 Monaten entfaltet haben, also bin ich mal gespannt was da noch so kommt. Aber schon jetzt ist es echt spannend nun Dinge wahrzunehmen, die mir bisher nie aufgefallen wären!

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